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Die Burg, der Ort und ihre Geschichte...

Auszug: Kerpen - Geschichte und Geschichten eines Eifeldorfes (Autor Peter Bresgen)


Drei Burgen

Seit frühesten Zeiten haben die Menschen in Krisensituationen versucht, sich selbst und ihr Hab und Gut, vornehmlich ihr Vieh, in besonders geschützten und zur Verteidigung geeigneten Plätzen in Sicherheit zu bringen.


Die ältesten Anlagen dieser Art sind in unseren Breiten die sogenannten Flieh- und Fluchtburgen, von denen es in der Eifel eine Anzahl gegeben hat. Am bekanntesten ist in unserem Gebiet wohl die Ringwallanlage auf dem Barsberg bei Bongard.

Die mächtigen Steinwälle zeigen, dass sich bei dieser etwa ein halbes Jahrtausend vor Christus entstandenen Befestigung um ein Gemeinschaftswerk von vielen Menschen handelt, dass also diese Gegend schon in vorgeschichtlicher Zeit viel stärker besiedelt gewesen sein muss, als wir es gemeinhin annehmen.


Auch Kerpen besaß eine solche Fliehburg. Sie entstand auf der Höhe des Weinbergs und xbeherrschtex weithin das Land.

Sie wies einen drei Meter tiefen Graben und einen Wall, der x von der Sohle an gerechnet fünf Meter hoch und etwa mehr als zwölf Meter breit war x175

In diese Fliehburg (xeine Volksburg für vielex) hatte man im Mittelalter einen Turm gebaut,dessen Reste,ehe der Steinbruch alles verschlang, noch zu sehen waren. Er hatte einen Grundriss von etwa acht mal acht Metern und ein Bruchsteinmauerwerk von rund achtzig Zentimetern Dicke. Er trug wahrscheinlich einmal einen Holzaufbau.


Scherbenreste und Reste von Fenstergewänden lassen vermuten, dass es sich um den Dauerwohnsitz eines Adeligen gehandelt hat. Wir haben es hier also mit der ersten Burg von Kerpen zu tun, die an der gleichen Stelle stand, auf der vorgeschichtliche Bewohner der Gegend sich in Krisenzeiten in Sicherheit brachten. Das ist insofern besonders interessant, als es sich gewissermaßen um einen Übergang von einer Volksburg zur Herrenburg handelt, einen Burgtyp, der in der Frühzeit seltener vorkommt.


176 Flieburgen sind von vorgeschichtlicher Zeit bis ins Mittelalter hinein gebaut worden. Noch im Jahre 882 ließ die Abtei Prüm eine solche Bergfeste bei einem Wikingereinfall errichten.Während diese Fliehburgen nur zum vorrübergehenden Gebrauch bestimmt waren, ist die Herrenburg als Dauerwohnsitz für eine oder auch für mehrere Familien gedacht. Seit dem zehnten oder elften Jahrhundert ist sie besonders auf Berghöhen nachzuweisen und meist auf sehr kleinem Raumangelegt.


Ihr Herzstück ist immer der Turm, Bergfried genannt, der zuerst errichtet wurde und in der Not die letzte Zufluchtsstätte darstellte. Selbst, wenn die anderen Teile der Burganlage vom Gegner erobert waren, konnte man immer noch “türmen” gehen.

Für die Anlage dieser Bergfried scheint in der Eifel eine gewisse Maßnorm bestanden zu haben. Ihren Grundriss bildet fast immer ein Quadrat von etwa neun mal neun Metern. Oft stand der Bergfried in der Mitte der Anlage, er wurde aber auch gern an einer besonders gefährdeten Stelle errichtet. Bei einer Mauerstärke von etwa zwei bis drei Meter war er x kaum verwundbar x.


Das erste Geschoss des Bergfrieds ? sechs bis zehn Meter hoch ? wurde einfach auf den Fels gesetzt. Es wies, abgesehen von Mauerschlitzen, keine Öffnungen auf und war nur von innen durch die Decke zugänglich. Das Innere des Turmes aber konnte man nur über eine Leiter oder einen beweglichen Steg vom Erdboden oder von einem Nachbargebäude aus erreichen.Sie führten zu einer Öffnung in der Höhe des zweiten Obergeschosses.Zog man Leiter oder Steg hoch, dann war man in Sicherheit, in einer sehr beengten Sicherheit allerdings, denn die beiden noch verbleibenden Stockwerke mussten nicht nur die Menschen und ihre Waffen, sondern auch das ganze Zubehör aufnehmen, das man zur Verteidigung dieser Zufluchtsstätte benötigte.


Als Vorratsraum für die Lebensmittel war eigentlich das Bodengeschoss gedacht, aber es scheint, dass es häufig auch als Verlies benützt wurde. Es war schließlich der sicherste Platz, an dem man einen wertvollen Gefangenen unterbringen konnte. Für jemand, der durch das “Angstloch” in der Decke in die Finsternis hinabgelassen wurde, gab es kein entrinnen.Während man sich bei mittelalterlichen Bauvorhaben im allgemeinen Zeit nahm ? bei Kathedralen oft Jahrhunderte ? mussten Burgen und besonders der Bergfried unter dem Druck der Umstände oft in Rekordzeit errichtet werden. Angesichts dieser Tatsache brauchen wir uns nicht zu wundern, dass eine vielleicht schnell errichtete Burg auch kurzentschlossen wieder xverlegtx, d.h. abgebrochen und an einer nahen anderen Stelle wieder aufgebaut wurde.


Es gibt manche von diesen Beispielen, und auch Kerpen kann damit dienen. Haben wir in dem Wohnturm auf dem Weinberg die erste Burganlage von Kerpen kennengelernt, dann begegnen uns die Reste der zweiten auf dem Höhenberg, unweit der Stelle, wo heute die dritte Burg dem Ortsbild das Gepräge gibt.Von dieser zweiten Burg in Kerpen ? einer Anlage der Stauferzeit ? wissen wir nicht viel. Es handelt sich um eine heute noch schwach erkennbare ovale Anlage mit Wall und Graben, in denen Fundamente nachgewiesen sind. Vermutlich haben fortifikatorische Gründe für ihre xVerschiebungx auf die nahegelegene Spitze des Bergsporns eine Rolle gespielt. Vielleicht war es auch nur eine Frage der Wasserversorgung.


Diese war für eine belagerte Burg von ausschlaggebender Bedeutung, denn nicht nur Menschen und Tiere mussten mit Wasser versorgt werden. Bei den damals beliebten Beschuss Brandpfeilen mussten auch Löschwasser in ausreichender Menge vorhanden sein. Man scheute also keine Mühe die Wasserversorgung sicher zu stellen.

Die Situation veränderte sich beträchtlich bei der Anlage der dritten ,also der heutigen Burg. Gleich zu ihren Füßen floss der Ruderbach, an dessen Rändern sich schutzsuchende Bauern angesiedelt hatten. Da der Ort offenbar schon früh eine mit Mauern versehene Einheit bildeten, konnte man Bachwasser selbst in Zeiten der Gefahr immer noch problemlos erreichen.Hochgelegene Burgen mussten sich, so gut es ging, mit Regenwasser begnügen, das in unterirdischen Zisternen aufgefangen und durch Sand oder Steine gefiltert wurde.


Tiefer gelegene Burgen versuchten Quellwasser zu erschließen, dass, wenn außerhalb des Burgberings gelegen, durch verborgene Zuleitungen in ausgehöhlten Eichenstämmen herangeführt wurde. Am begehrtesten war natürlich das burgeigene Brunnenwasser. Um es zu erreichen, wurden Schächte von manchmal hundert, ja bis zu hundertfünfzig Metern Tiefe in den Berg gesenkt. Was das mit Hacke und Schaufel bedeutete, können wir uns heute kaum vorstellen. Keine Chronik berichtet darüber, wie viel Menschen dabei durch Unfälle ums Leben gekommen sind. Der Brunnenschacht wurde meist kreisförmig in den Fels getrieben, wenn möglich in der Nähe des Bergfrieds. Das Ausmauern erfolgte später.


Bei der Kerpener Burg auf der Höhe des Weinbergs kann es sich nur um eine mit Zisternenwasser versorgte Anlage gehandelt haben, und auch für die spätere Burg auf dem Höhenberg ist kaum eine andere Versorgung denkbar.


Jedenfalls deutet heute nichts mehr auf vielleicht vorhandenes Quellwasser hin.Dass man aber selbst diese Versorgung als nicht ausreichend betrachtete, beweist der 35 Meter tiefe Burgbrunnen. Ob dieser Brunnen, wie Bornheim vermutet, aus einer nassen Wiese bei Flesten nach dem Gesetz der kommunizierenden Röhren unterirdisch mit Wasser versorgt wurde, oder ob man das Grundwasser des Ruderbaches erreichte, ist nicht bekannt. Jedenfalls, erzählte eine alte Kerpener Einwohnerin von dem Stossseufzer ihres Bruders, der an der Ausräumung des Brunnen-schachtes zu Beginn unseres Jahrhunderts beteiligt war: “Ja, der Franz, hätte mir dä Stab Moses, dann hätte mir lang Wasser fonne !” ? womit die Bibelfestigkeit der Eifeler Brunnenbauer bewiesen wäre.Die Existenz einer Kerpener Burg wird erstmalig in einer Urkunde aus dem Jahre 1148 erwähnt, von der sich eine Abschrift (1275) im Landes-hauptarchiv in Koblenz befindet. Aus ihr geht hervor, dass von dieser Burg ein Ort lag, der ebenfalls seit kurzem verlegt worden war. Vorher hatte er xjenseits des Ruderbachs, der die Grenze zwischen den Pfarreien Berndorf und Niederehe bildetx gelegen.xDie Verlegungx sagt Herbert Wagner, x durchaus nichts ungewöhnliches bei Burgorten, geschah wohl nicht allein durch die Einwohner wegen des besseren Schutzes am Fuss der Burg, sondern ist sicherlich auch von den Burgherren aus pfarrlich-zehntrechtlichen und fortikatorischen Gründen betrieben worden.

Denn im Niedereher Pfarrbezirk hatten die Herren von Kerpen bis 1218 die Patronats- und Zehntrechte, die ihnen Einfluss und Einnahmen gestatteten. Für eine Mitwirkung der Burgherren bei der Neugründung sprechen auch die planvolle Anlage des Ortes mit ? früher ? rechtwinkligen Strassen und seine Ummauerung, durch die der Ort, 1299 als `suburbium`der Burg bezeichnet, in die Burgbefestigung einbezogen wurde. Kerpen ist einer der vielen mittelalterlichen Stadtrechtorte, deren Ursprung auf eine Adelsburg zurückgeht und wie die meisten Stadtrechtorte in der Eifel, eine bewusste Gründung als Zentrum eines kleinen Territoriumsx.Einige Jahrzehnte nach der ersten Erwähnung einer Kerpener Burg ist von einem xnovum castrum de Cherpenex, von einer neuen Burg zu Kerpen die Rede (1173 ).Vielleicht kann man daraus schließen, dass in diesem Zeitabschnitt die xVerschiebungx der Burg vom Rücken des Höhenberges zum Sporn dieses Berges hin stattfand. Es ist im übrigen die Zeit, in der die Burgen xwie Pilze aus der Erde schießenx.177 Im Mittelrheingebiet hat man einmal für jede Quadratmeile eine Burg geschätzt und x für die Eifel kann man mehr als dreihundert Anlagen voraussetzen.


Allein der Trierer Bischof besaß um 1340 über hundert Burgenx. Im Reichsgebiet kann man um 1200 auf 10000 Burgen, und in Frankreich lassen sich im Mittelalter nicht weniger als 40000 feste Sitze nachweisen.178Wie mögen sich nun Burg und Kerpen dem mittelalterlichen Betrachter dargeboten haben?Anders jedenfalls als heute. Sehen wir uns die Gemälde von Gipfel-,Sporn- oder Hangburgen an, dann fällt uns auf, dass sie eigentlich immer auf kahler Höhe sitzen. Die ist kein Trick der Maler, um die Architektur der Anlage besser zur Geltung zu bringen, sondern eine verteidigungstechnische Notwendig-keit, damit sich kein Feind im Schutze des Waldes heranarbeiten konnte. Wir werden also den Höhenberg, Gipfel wie Sporn, nahezu baumlos vorstellen müssen, so dass der Türmer auf dem Bergfried das Land weithin überschauen konnte.Die Burg war in drei Terrassen angelegt. Auf ihrem höchsten Punkt stand der Bergfried, der bis heute ziemlich unverändert erhalten geblieben ist und das eigentliche Wahrzeichen von Kerpen darstellt.


Außen misst er neun Meter im Quadrat, die Höhe beträgt 23 Meter. Seine Mauern haben an der Basis eine Dicke von drei Metern, verjüngen sich aber nach oben. Im Inneren hat er als Besonderheit zur Abtrennung der Geschosse zwei Tonnengewölbe-Decken aufzuweisen. In der Regel begnügte man sich mit einem Tonnengewölbe über dem Erdgeschoss. Der Aborterker ? sofern es ihn an diesem Bergfried gegeben hat ? ist verschwunden.Nur die Wehrplatte hat man gegen Ende des vergangenen Jahrhunderts mit Zinnen bestückt und dem Turm ein gefälligeres Aussehen gegeben.Zur Bergseite, also zur Gefangenenseite hin, war der Burgturm durch den sogenannten Halsgraben geschützt, den man heute noch deutlich erkennen kann. Er scheint einen natürlichen Bodeneinschnitt ausgenützt zu haben. Wer sich die Mühe macht, dort ein wenig herum zu klettern, stellt fest, dass es in dem ehemals kahlen Gelände von keiner Seite möglich war, sich unbemerkt den Burgmauern zu nähern.Unmittelbar südlich des Bergfrieds stand der alte Palast (1), das eigentliche Wohngebäude, von dem wir heute nicht mehr wissen, wie es ausgesehen hat. Nach den Resten zu urteilen, war der Bau romanisch, er scheint die Maße 28 x 14 gehabt zu haben.


In ihm befanden sich der saalartige Hauptraum und eine Anzahl kleinerer Räume, von denen besonders die Kemenate, der Raum für die Burgherrin und ihre Mägde zu erwähnen wäre. Das Wort, das wir in allen mittelalterlichen Romanen vorfinden, stammt aus dem italienischen und deutet schlicht darauf hin, dass dieser Raum beheizbar war. Wir werden uns ihn, vor allem in der Winterzeit, als von der ganzen Herrenfamilie genutzt vorstellen dürfen. Die Beschreibung der übrigen Burganlage übernehmen wir unter Kürzung um schon erwähntes aus einem Manuskript von Herbert Wagner, das er uns freundlicherweise zur Verfügung stellte. Er stützt sich dabei auf den ebenfalls wiedergegebenen Grundriss von Wackenroder.xDie Westmauer des Palas setzte sich als Wehrgangsmauer (3) fort, schloß den Bergfried und den kleinen Hof ein und hatte an der Südostecke des Turmes wieder Anschluss an den Palas; sie war über ein Treppchen vom Turmhof zugänglich.


Vor ihr lag später streckenweise eine leichtere Mantelmauer (15), die in einer mit Schießcharten versehenen bastionsartigen Ausbuchtung an der Palasecke endete. Nach Norden war dieser älteste Teil der Burg zusätzlich durch einen Halsgraben (4) gesichert, der einen Angriff von dem höheren Bergkamm erschwären sollte.lDer Zugang zur Burg ( über einen Wassergraben ?) bildete ein drei Meter breites Osttor (5) mit einer vierunzwanzig Meter langen schlundartigen Torhausanlage (Kammertor) (6), die zum Burghof (11) führte. Dieser war wohl durch eine Mauer gesichert, die aber jüngeren Gebäuden (21) weichen musste. In diesem Hof können Neben- und Wirtschaftsgebäude gestanden haben; möglicherweise standen sie aber auch an den Punkten (8) und (9), wo man Brandschutt mit Dachschiefern gefunden hat. Im Burghof befand sich auch der 35 Meter tiefe Brunnen (20).Im 14. Jahrhundert wurde ? wohl im Zusammenhang mit einer Teilung 1387 ? diese älteste Burganlage erheblich erweitert: In den Burghof (11) wurde ein neues Wohngebäude gesetzt, genannt xdie Leuffx oder xHuyß op der Leuvenx (= neuer Palas).Von ihm ist lediglich eine schwere Außenmauer (21) geblieben.


An der Ostseite des Gebäudes lag der gut zwei Meter breite Treppenaufgang (10), der unter dem wahrscheinlich vorspringenden Dach des Gebäudes als xLeuffx-(= Umlauf) herumführte und mit einem Doppeltor im Torhaus (6) endete. Das alte Osttor (5) wurde vermauert und ein neues oberes Osttor (14) als Zufahrt zur Burg angelegt.Am Westrand des Burgberges wurden zwei halbovale, nach innen offene Flankierungstürme (12,13) erbaut, im Osten das Torhausende (14) ebenfalls zu einer Art Torturm ausgebaut, wohl die 1610 erwähnte ,Schornprotzen an unserem Schloß Kerpen´ ( von mhd. Schorren = hochtrabend ? ). Daran anschließend wurde eine über drei Meter dicke Schildmauer (22) mit dem unteren Osttor oder Niedereher Tor (7) errichtet. An der Schildmauer, an die sich das Gefängnis anlehnte, begann eine Umfassungsmauer (23), die sich über den Halsgraben (4) hinweg bis zum nördlichen Flankierungsturm (12) zog und den gesamten nördlichen Burgbergring einschloss. Am Turm ging sie in die Ortsbefestigung (a) über.Am Zugang vom Ort Kerpen wurde ein Westtor (17) mit Durchfahrt zum Niedereher Tor (7) angelegt; über das schmale Westtor führte ein geschlossener Gang, der neben dem Turm (13) in eine Tür endete, als kürzester Weg in den Ort und ? später ? zur Burgkapelle.Vom Westturm verlief um den Südteil des Burgberings eine von starken Strebepfeilern gestützte Umfassungsmauer (16), an die auf der unteren Terrasse Wirtschaftsgebäude und einige Burgmannenhäuser angebaut waren. Zwischen den Flankierungstürmen wurden auf unterschiedlichem Niveau zwei verhältnismäßig schwache Mauern gebaut - die obere mit Schießscharten - , zwischen denen der Zwinger (24) lag.Die Umbauten des 14. Jahrhunderts hatten außer fortifikatorischen Gründen ihre Ursachen in der Verlegung des landwirtschaftlichen Betriebs in die Vorburg und in gehobeneren Wohnansprüchen der Burgherren, von denen einer, Dietrich von Kerpen, Fürstabt von Prüm war (1354-97).


Im 15. Jahrhundert muss die Burg mit einer Nord-Süd-Länge von 125 Metern und einer Ost-West-Breite von 80 Metern, überragt von 23 Meter hohen, wuchtigen Bergfried, eine eindrucksvolle, mächtige, und nach allen Seiten gesicherte Anlage gewesen sein, die sich farbenfunkelnd über alle anderen menschlichen Ansiedlungen erhob, xuralte Empfindungen von Herausgehobenstein und Überragenx ausdrückend (Bornheim).Gegen Ende des 15. Jahrhunderts war wegen der Pulvergeschützte der Verteidigungswert der Burgen nur mehr gering.Wegen der Feuerwaffen waren in Kerpen schon außer der Schildmauer die Flankierungstürme als Geschütztürme erbaut worden, um Belagerer mit schweren Waffen nicht zu nahe an die Burg herankommen zu lassen. Im 16. Jahrhundert wurden die Burgen als Verteidigungsanlagen so gut wie wertlos, und man wandelte sie in reine wohnburgen um.


Durch Erweiterung oder Umbau nahmen sie schlossartigen Charakter an. So sind auch die Bauten zu sehen, die Dietrich IV. von Manderscheid-Schleiden kurz nach 1500 aufführen ließ: die Schlosskapelle und das neue Schloss.Etwas jünger als die Schlosskapelle, schreibt Wackenroder, xmag das neue Schlossgebäude (18) gewesen sein. Es ist [ anstelle des neuen Palais (21)] auf die Südwestecke der alten Vorburg gesetzt mit einem zwölf Meter hohen halben Rundturm beim Südaufgang.


Unregelmäßig eckig war der Bau im Lichten etwa 19 Meter lang und 11 Meter breit, auf der Nordseite ein Treppenturm. Die Mauern nach dem Burghof im Erdgeschoss sind mit breiten Fensternischen ausgestattet. Im Winkel nahe dem Halbturm Reste von einer Treppe an der Innenfront [ zum zwei Meter über Niveau liegenden Erdgeschoss]. Dieses neue Schloss, zweistöckig und vermutlich mit hohem Dach, war im gotischen Stil erbaut, wie ein erhaltenes Fenster in xspätgotischen Formenx zeigt. Es war zuletzt im Stall des Mirbacher Hofes in Kerpen eingemauert und befindet sich jetzt in der 1902 beim benachbarten Mirbach errichteten künstlichen Burgruine. Dieses Schloss gehörte zum xTyp des spätgotischen Wohnhauses, meist zweigeschossig und durch einen gerundeten Eckturm als adeliger Bau gekennzeichnet x (Bornheim).


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